Ende August 2014

Im August-September Sonderheft von Le Monde Diplomatique, Manière de Voir, ist ein Artikel von mir zum französischen négaWatt Szenario veröffentlicht worden.

 

Hier die Einleitung meines Textes :

« Nur ein von Lobbies unabhängiger Verein könnte zum folgenden Schluss zweifellos kommen : unsere risiegen Energieverbräuche lassen sich hauptsächlich durch eine wahnsinnige Vergeudung erklären. 2050 könnte Frankreich sehr gut 100% erneuerbar funktionnieren und dabei seinen CO2 Ausstoss durch fünfzehn reduzieren. »

 

Februar 2014

Ein Bürogebäude ohne Heizung und Lüftung. Ein Zeichen für die Suffizienz.

 

In den letzten Jahrenzehnten sind die Fortschritte im Baubereich beeindrückend gewesen. Mit guter Dämmung, einer permanenten Konfortlüftung, Heizung und Kühlung sind die Büroflächen das ganze Jahr durch sehr konfortabel geworden. Die Verwaltung solcher Gebäude ist nicht unbedingt teuer, da der Bau Minergie oder Minergie P zertifiziert werden kann. Sie kann eventuell eine stolze Ökobilanz nachweisen, wenn sie auf dem Dach solarthermische Kollektoren, Fotovoltaïkpanele oder im Keller eine Pelletheizung installiert lassen hat.

 

Diese Liste von Geräten zeigt in eine Richtung : ein sparsames und ökologisches Gebäude ermöglicht schon einen sehr kleinen Energieverbrauch und dünne CO2 Ausstösse, aber es verlangt eine Zusammensetzung von Geräten, einige davon werden nur einige wenigen Wochen im Jahr benützt. Diese Summe ist teuer beim Kauf und Verwalten, hat auch Folgen im Bereich der grauen Energie, da die Energie die für die Herstellung der Geräte notwendig war auf das Konto des Gebäudes geht.

 

Das vorarlberger Architektenbüro Baumschlager Eberle hat zu der Entwicklung dieser Hypertechnisierung teilgenommen. Hat aber zwei Grundprinzipien in Erinnerung behalten um einen anderen Weg zu suchen. Erstens, das Passivhausprinzip besteht darin sehr gut gedämmte Häuser zu bauen, so dass keine Kalorien verloren gehen, aber auch darin die Abärme die im Haus entwickelt wird zu optimieren, das heisst die der Computer, Bürogeräten und auch der Mitarbeiter, da jeder von uns mit seiner Körpertemperatur von 37 Grad eine 100 Watt Wärmeproduktion erzeugt. Zweitens, die zu grosszügige Benützung von Glasfasssden entwickelt eine Sommerüberhitzung, die man nur mit viel Technik bekämpfen kann.

Das Ergebnis ist dieses Gebäude, genannt 22.26, das im Herbst 2013 fertig gestellt worden ist. Der fünf stockige Bau funktioniert ohne Heizung, Lüftung oder Kühlung und hat kleinförmige Fenster. Die 80 cm dicken Mauern und die hohen Decken (4,50 m auf dem EG und 3,50 auf den Etagen) sind der Grund für die gute Innenluftqualität. Diese wird von verschiedenen Sensoren kontrolliert (die einzige technische Aufwand des Hauses) die CO2, Temperatur und Feuchtigkeit messen. Wenn nötig werden die senkrechten Holzfensterschen die links und rechts von allen Fenster stehen automatisch geöffnet. Im Sommer, nachts, um die Überhitzung zu vermeiden, werden diese Fensterschen systematisch aufgemacht. Ein leichter Durchzug ermöglicht das Abkühlen. Die Mitarbeiter finden auf jeder Etage ein Display, auf dem die Daten für CO2, Temperatur und Feuchtigkeit zu lesen sind. Man kann nach Bedarf das Öffnen der Fensterklappen verlangen. Das Gebäude soll zwischen 22 und 26 Grad bleiben. So ist es seit beinah einem Jahr. Und so soll es bleiben. 

 

Blog vom 01.10.2012

Die graue Energie im Baubereich

 

Das Thema der grauen Energie bleibt leider zu wenig bekannt und zu viele Bauobjekte werden abgerissen weil sie ungepflegt waren, was nicht heisst, dass die Bausubstanz schlecht war. Ein dreckiges Auto ist nicht immer zu gleich ein Schrottauto und das gilt im Baubereich auch,

Zu diesem Thema habe ich im September 2011 in der WOZ einen langen Text veröffentlicht.