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Who is who ?

 

Seit 1989 bin ich freischaffender Journalist und seit gut zehn Jahren nur im Umwelt- und Energiebereich tätig. Unter Energie meine ich die erneubaren Energien. Nach mehr als 40 Jahren in Paris, zog ich zurück nach Basel wo ich das 1860 erbaute Familienhaus 2005 nach dem Minergiestandard sanierte. Es handelte sich dabei um die erste Minergiesanierung in Basel.

 

In meinen letzten Pariser Jahren, gegen 2002-2003, entstand beinah vor meiner Haustür ein grosses öffentliches Bauprojekt. Auf vier Hektaren plante das lokale Rathaus den Bau einer Mischung aus Wohnungen, Büros und öffentlichen Gebäuden. Aber von echten Energie- und Umweltgedanken keine Spur. Ich gründete mit anderen engagierten Parisern einen Verein (Les Amis de l’Ecozac, siehe Links) um gegen das Projekt vorzugehen und gleichzeitig beispielhafte Bauinformationen bekannt zu machen. Es ging so weit, dass wir Beamte aus dem Pariser Rathaus auf Ökotouren mitnahmen. Die Ökoviertel von Bedzed in London, Malmö in Schweden, Freiburg im Breisgau… standen auf unserem Programm. Und wir blieben dabei konsequent und erledigten alle Strecken per Zug. Für manche eine ganz neue Erfahrung. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Bebauung ist nun im Gange. Daraus wird das erste Ökoviertel der französischen Hauptstadt. Im Namen des Vereins durfte ich dafür 2006 einen europäischen Solarpreis aus den Händen des leider zu früh verstorbenen deutschen Energiepapsts Hermann Scheer entgegennehmen. 

 

Ursprünglich kommt meine ganze Familie aus Waldenburg (Basel Landschaft). Zwei meiner waldenburger Vorväter, Werner und Isaak Bowe (damals so geschrieben), waren Bauernführer während des Bauernkriegs von 1653.

 

Meine Vorväter waren Huguenotten Südwest-Frankreich. Die liesen sich in der Romandie nieder, einige gingen weiter nach Waldenburg und verdeutschten den Nachnamen. Gegen Ende des 19 Jahrhunderts haben die dei ursprüngliche Form wieder benützt. Spannend ist, dass ich in der Romandie einen Homonymen habe mit dem ich sehr wahrscheinlich verwandt bin. Philippe Bovet ist Winzer und schafft sehr gute Weine. Oder Texte. Aber das müssen Sie selber rausfinden.

Dazu bin ich Mitglied von den folgenden Organisationen und Vereinen : Greenpeace Schweiz, Initiativa de las Alps (Alpeninitiative), Negawatt France (Vorstandsmitglied, siehe Links), Eurosolar und SAC. Das reicht auch. Weniger ist mehr.

 

 

 

Kurze Biographie :

Geboren am 18.10.1961 in Genf, schweizerische und französischeStaatsbürgerschaften. In Paris aufgewachsen. Basler Bürger. Ausbildung : Wirtschaft und Germanistik in Paris und Berlin. Ich lebte bis 2007 in Paris.

Beruf : freischaffender Journalist seit 1989, seit 12 Jahren bearbeite ich nur Umwelt- und Energiethemen. Autor von zwei Büchern im Energiebereich und Mitglied beim französischen Vereins Negawatt. Er wurde 2001 gegründet und bin seit 2004 dabei. Seit 2014 bin ich im nW Vorstand (Compagnie des négaWatts) und vor kurzem habe ich mit meinem Kollegen Amadeus Wittwer die Interessengemeinschaft négaWatt Suisse gegründet.

2005 als ich noch in Paris lebte, gründete ich den Vereins Les Amis de l’EcoZac de la Place de Rungis. Durch die Arbeit des Vereins ist nun das erste Ökoviertel von Paris im Bau. Der Verein bekam 2006 einen Eurosolarpreis. Die Geschichte dieser Lobbyarbeit habe ich im Kapitel fünf von meinem ersten Buch erzählt.

Greenhattan statt Rheinhattan

Kaum ist publik, dass am Kleinhüniger Hafen viel Platz für ein grosses Bauprojekt zur Verfügung stehen wird, ist auch gleich schon eine Skizze in der Presse zu sehen („Tageswoche“ vom 16.12.2011), in der alle alten Baurezepte wieder auftauchen. Das Baby wurde schnell getauft und heisst auf Lokaldeutsch Rheinhattan. Allein der Name und der Vergleich geben einem eine Gänsehaut. Die Skizze zeigt Wolkenkratzer, breite Strassen… Der Text erzählt von grossen Investoren, der Anlockung von guten Steuerzahlern … Hilfe, die alte Schule ist zurück, als gäbe es keine Umweltkrise und keine Bevölkerung, die was Sinnvolleres erwartet als die alten verbrauchten Rezepten.

Zumindest zwei Überlegungen sprechen für etwas ganz anderes als ein Rheinhattan. Zunächst die Energiefrage. Die Energierechnung eines Hochausbaus und seines Unterhalts fällt hoch aus. Die unterirdische Verankerung des Turms, die notwendige Beton- und Glasmasse und die zahlreiche Stahlträgern beanspruchen viel Energie. Eine Tonne Zement beinhaltet 0,7 T CO2. Es gibt 1,8 T CO2 pro Tonne Stahl (Quelle). Für die Zürcher Prime Tower wurden 34 000 Kubikmeter Beton und 4000 Tonnen Stahl verbraucht (Quelle: Wincasa, Verwaltung der Prime Tower). Sie können selber die CO2 Menge berechnen, die ist ebenso erstklassig wie der Name des Turmes ...

Was dem Unterhalt angeht, muss in Basel ein moderner Turm Minergie sein. Das heisst, es dürfen nicht mehr als 38 kWh/m2/an verbraucht werden oder 40 kWh/m2/an für Bürogebäude. Aber Minergie zieht nur den Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser und Lüftung in Betracht. Der Minergiewert ist mit einem gut konzipierten Hochhaus mit nicht zu grosszügigen Glasfassaden erreichbar. Aber das Minergielabel vor der Tür ist kein Synonym für generelle Sparsamkeit: allein der hohe Energieverbrauch von Fahrstühlen bedeutet einen zusätzlichen durchschnittlichen Wert von 50 kWh/m2/an. (Quelle: französischer Energieberater Olivier Sidler, Enertech ).

Der erste „grüne“ Turm der Welt wurde 1997 in Frankfurt am Main vom britischen Architekten Norman Forster gebaut. Es ist der Turm der Commerzbank. Andere folgten. Was die Energie angeht, wurde in der Tat einiges verbessert. Aber was heute an diesen Frankfurter Hochbauten aber trotzdem geheim bleibt ,sind nicht die Bankdaten, sondern der Energieverbrauch. Nicht nur in Frankfurt ist es so. Auch in Dijon (F) behauptet die Verwaltung des Bürogebäudes Elithis ein energiepositives Hochhaus zu besitzen, lässt aber keine unabhängigen Energieexperten das Gebäude analysieren. Das Gleiche gilt in London für das in vielerlei Hinsicht interessante runde Hochhaus, dem Gerkin, das ebenfalls von Norman Forster gebaut wurde. Das Gebäude – hat u.a. kaum Parkplätze – und soll energiesparsam sein. Aber zu den kWh werden keine Zahlen veröffentlicht.

Wenn Zahlen bekannt sind, sind sie nicht so gut wie erwartet. Die Post Tower, die 2002 in Bonn (D) fertiggestellt wurde, war für 117 kWh/m²/an (Primärenergie) geplant. Nach einiger Zeit wurde festgestellt, dass der Heizverbrauch 33% und der Stromverbrauch 67% höher als erwartet war (Quelle: französischer Energieberater Olivier Sidler, www.enertech.fr ).

Es gibt mehrere Gründe, warum die Energiewerte eines Hochhauses nie tief sein werden. Benennen wir drei.

•Glas ist kein gutes Baumaterial für ganze Fassaden. Es bildet im Winter eine kalte Wand und erzeugt im Sommer Überhitzung. Das heisst, dass in den kalten Monaten mehr Wärme benötigt wird als von üblichen gut gedämmten Wänden und dass im Sommer Kühlung beansprucht wird.

•Fahrstühle können heute sparsamer sein als vor einigen Jahrzehnten – u.a. durch die Stromrückgewinnung beim Hochfahren – aber sie bilden weiter einen Posten des hohen Stromverbrauchs. Und je höher die Gebäude, desto grösser ist die Wattrechnung.

•Ferner braucht es Pumpen um u.a. das Wasser durch das ganze Hochhaus zu liefern.

Hochhäuser faszinieren. Auch die Aufgabe, diese energiearm zu bauen. Aber man hat Mühe, bei ihnen tiefe Werte zu erreichen, während man heute schon problemlos energiepositive kleinere Gebäude baut. Und die Solarenergiegewinnung auf Dach und gutorientierten Fassaden reicht nie für die Bedürfnisse eines Turmes. Dazu kommt noch, dass die Dichte, die man senkrecht bekommt, waagerecht verloren geht, unter anderem für breite Eingänge, Feuerwehrzufahrten und öffentliche Aussenplätze (auch wenn man autofrei baut) für Strassencafés, Restaurants und Ausspannen an der Sonne.

Die beste Bausuffizienz, -effizienz und Dichte wird mit der vier- bis sechsstöckigen Bauweise erreicht, wie man sie seit den  1880er-Jahren in manchen europäischen Städten kennt. Sie heisst Hausmannstil in Paris, und man findet Ähnliches von Kopenhaguen bis Berlin. Eine solche Bauform ist die menschlichste und die energiefreundlichste. Sie lässt sich heute mit moderner Holzstruktur bauen. Auch komfortabel mit Fahrstühlen. Und günstig durch Baugenossenschaften.

Zweitens heisst der Trend nicht mehr Manhattan, sondern BO01 oder Culemborg. Ja, die Zukunft reimt mit Ökovierteln, energiepositiven Siedlungen, citta slow, Zusammenleben, kaum individuellem Verkehr, leben statt wohnen, bleiben am Wochenende und nicht fliehen … Es gibt mehrere beispielhafte Ökoviertel in Europa, in denen diese Lösungen schon zum Alltag gehören, aber BO01 und Culemborg sind für das Kleinhüniger Projekt besonders interessant, da sie mit der Zustandverbesserung eines alten Geländes und mit dem Wasser was zutun haben.

Culemborg ist eine niederländische Gemeinde mit 30 000 Einwohnern in der Nähe von Utrecht (NL). Auf verschiedenen Poldern, wo man die Stadtwasserversorgung organisiert hat, ist Anfang 2000 ein neues Viertel entstanden. Die 24 Hektaren enden üdlich mit dem Bahnhof und bieten dort 40 000 m2 Bürogebäude an. Nördlich gibt es auf 4,5 Hektaren einen Bauernhof. Und dazwischen leben etwa 1000 Bewohner. Autos dürfen nur am Rande des Viertels parkieren (0,7 Auto pro Haushalt gegen 2 in den Niederlanden).

Bemerkenwert ist, dass das Viertel nun grüner ist als vor dem Bau der verschiedenen Gebäuden. Als die Polder noch für die Landwirtschaft benützt wurden, hatte man trotz Trinkwasserversorgung auf den Feldern traditionelle gewirtschaftet, das heisst mit Chemikalien. Nun ist das Viertel mit derhilfe eines Natura-2000-Fachmannes bepflanzt worden und die Artenvielfalt ist wesentlich grösser als zuvor. Und: Das graue Wasser wird mit Schilf vor Ort gereinigt, und das Viertel ist energieautark.

1990 geht Malmö (270 000 Einwohner) durch eine starke industrielle Krise. Die grosse Werft geht Pleite, und 6000 Leute verlieren ihre Jobs. Was soll aus den Arbeitnehmern und dem Areal werden? Die Stadt reagiert schnell. Etappenweise entsteht aus der Brache ein grosses energieautarkes Ökoviertel, das heute ebenso viele Arbeitnehmer hat wie die damalige Werft. Die erste Bauetappe des Viertels wurde 2001 zu einer ökologischen Bauaustellung (genannt Bo01, Bo heisst leben auf Schwedisch) und hatte in Schweden eine grosse Resonanz. Das Viertel ist autoarm, energieautark und wird durch 1400 m2 solarthermische, 120 m2 fotovoltaische Kollektoren, ein 2-MW-Windrad und zwei grosse unterirdische Wassertanks, die Wärme und Kälte speichern, versorgt.

Ein solches modernes und energiebewusstes Lied würden die meisten Basler gern singen.

Paris-Basel-Freiburg im Breisgau: 
mein Energiedreieck

2005 kam ich nach Basel zurück, wo ich unser altes Familienhaus zu sanieren begann. Daraus wurde die erste Minergiesanierung von Basel. Zuvor hatte ich mehr als 40 Jahre in Paris gewohnt. Zehn Jahre davon arbeitete ich als freier Journalist, spezialisiert auf Energie- und Umweltthemen, für die kleine französische Pressenische, die sich mit solchen Themen beschäftigt. Meine französischen Wohnorte habe ich immer in einem besseren Energie- und Umweltzustand verlassen, als ich sie bezogen hatte. Aber egal ob Dämmung, Heizung oder Solarenergie, die Umbauten waren nie einfach. Reden wir Klartext: alles war mühsam. Sehr mühsam. Hier in Basel gab es nun auf einmal kompetente Fachleute. Dämmung, Solar-thermie, Photovoltaik, Regen-wassertanks... alles war hier möglich. Mit den Architekten und den Handwerkern sprachen wir die gleiche Sprache und ich selbst konnte noch viel dazu lernen.

In meinen letzten Pariser Jahren entstand beinahe vor meiner Haustür ein grosses Bauprojekt. Auf vier Hektaren plante das lokale Rathaus den Bau einer Mischung aus Wohnungen, Büros und öffentlichen Gebäuden. Aber von echten Energie- und Umweltgedanken keine Spur. Ich gründete mit anderen engagierten Parisern einen Verein, um gegen das Projekt vorzugehen und gleichzeitig beispielhafte Bauinformationen bekannt zu machen. Es ging so weit, dass wir Beamte aus dem Pariser Rathaus auf Ökotouren mitnahmen. Die Ökoviertel von Bedzed in London, Malmö in Schweden, Freiburg im Breisgau... standen auf unserem Programm. Und wir blieben dabei konsequent und erledigten alle Strecken per Zug. Für manche eine ganz neue Erfahrung. 

Eine Webseite kann bei ihrer Benützung viel Strom verlangen. Erstmals weil sie rundum die Uhr und 365 Tage pro Jahr zur Verfügung steht und zweitens durch ihren Inhalt. Beim Aufbau einer Webseite kann man einiges tun : nicht zu viele Bilder zeigen, wenig oder keine animierte Elemente die sich drehen, springen, Rechnerkraft verlangen, mit Flash oder gif arbeiten, keine Videos… Die Links führen direkt zu der gesuchten Webseite und eröffnen sich nicht innerhalb dieser Webseite, auch wenn das Risiko besteht Sie zu verlieren… Mit anderen Worten etwas Suffizienz ist gefragt. Eine sehr helle oder weisse Farbe verbraucht mehr Strom als eine dunkle, hat man oft gesagt. Das war in der Vergangenheit mit den kathodischen Bildschirmen wahr und ist es heute mit den LCD-Bildschirmen weniger oder sogar nicht mehr. Trozallem bin ich in der Zusammenarbeit mit dem Berliner Webbüro von Dagmar Puzberg bei dieser Idee geblieben. Der Unterschied mag klein sein, er spart aber seine Tröpflein rund um die Uhr, das ganze Jahr durch.

Mein letztes Buch

2009 habe ich mein erstes Buch ‘Ökoviertel in Europa’ (Ecoquartiers en Europe) veröffentlicht. Im Laufe von zehn Kapiteln erläutere ich wie einige der interessantesten Ökoviertel Europas enstanden sind. Einige sind neu gegründet worden, andere durch eine breite Sanierung zu Stande gekommen. Im Kapitel 5 erzähle ich wie ich, als ich noch in Paris lebte, einen Umweltverein gründete, da das eine Projekt vor meiner Tür geplant war. Durch die Lobbyarbeit des Vereins (les Amis de l’EcoZAC) ist nun das erste pariser Ökoviertel im Bau. Ich dürfte mit zwei Kollegen und im Namen des Vereins 2006 einen europäischen Solarpreis entgegen nehmen.

 

2013 veröffentlichte ich in einer spannenden Zusammenarbeit mit dem französischen Enregieberater und Direktor der Energieberatung Enertech Olivier Sidler mein zweites Buch ‘leistungstarke Bauten’ (Bâtiments performants, des constrcuteurs relèvent le défi du réchauffement climatique en France). Olivier Sidler gehört zu den besten europäischen Spezialisten der Energie im Baubereich. Im Buch sind 11 Beispiele von neuen und sanierten Gebäuden erläutert, alle funktionieren energiesparsam oder –positiv. Spannend ist nicht die benützte Technik, sondern vor allem wer die Bauherren sind. Alle hatten vor diesen Projekten wenig mit Energiesparsamkeit oder Effizienz tun, aber alle haben verstanden, dass man nicht mehr bauen und verwalten kann wie damals und dass Enregiesiebe keine Zukunft mehr haben.

 

Beide Bücher sind auf französisch geschrieben worden und beim französischne Umweltverlag Terre Vivante rausgekommen. Sollten Sie Interesse für das eine oder andere Buch haben, können Sie die bei mir direkt bestellt werden.

 

Mail : philippe.bovet (at) bluewin.ch